Vereinigung Maria Königin des Friedens
Vereinigung Maria        Königin des Friedens

Die Weihe an Maria

Das Geheimnis Marias

 

 „Totus Tuus“ – „ganz dein“ war der Wahlspruch von Johannes Paul II. Diese Worte sind die Kurzformel der Ganzhingabe - oder Weihe - an Jesus Christus durch Maria, die vom hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort vor etwa 300 Jahren geprägt worden ist. Der Heilige hat prophetisch vorausgesagt, dass Maria in der Endzeit eine nie dagewesene Rolle für die Kirche haben werde: sie wird die Kirche unmittelbar auf das Kommen Jesu in Herrlichkeit vorbereiten und die „Apostel der letzten Zeiten“ formen!

Ludwig Maria spricht vom „Geheimnis Marias“: Durch Maria sollen wir Jesus ganz ähnlich werden und ganz mit ihm vereint werden.

 

Das ist das Ziel der Weihe und die Aufgabe, die Maria von Gott anvertraut wurde. Am Kreuz hat Jesus uns allen Maria zur Mutter geschenkt: „Siehe deine Mutter!“ (Joh 19, 27) – Wie der Lieblingsjünger, so sollen auch wir mit Maria leben: „Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ (ebd.)

 

Mit Maria leben

Sich Maria weihen bedeutet: uns im Alltag konkret ihr anvertrauen, von ihr lernen und uns von ihr führen lassen. Der Heilige Ludwig Maria Grignion von Montfort fasst das so zusammen: "Alles mit Maria, in Maria, durch Maria und für Maria tun!". So kann Maria uns innerlich formen. Sie will uns helfen, mit Gott vereint zu leben, so wie sie es getan hat. Sie will in uns Raum schaffen für Jesus Christus, dass Er in Fülle in uns leben und regieren kann. „Je mehr eine Seele Maria gehört, umso mehr gehört sie auch Jesus Christus selbst“, sagt der hl. Ludwig Maria.

 

Totus Tuus! - Ganz dein!

Johannes Paul II. schreibt dazu: ,,Dieser Wahlspruch ist nicht nur ein Zeichen von Frömmigkeit und der Hingabe. Er besagt mehr. Die Hinwendung zu dieser Frömmigkeit hat sich in mir vollzogen, als ich während des Zweiten Weltkriegs in einer Fabrik arbeitete. Zunächst schien es mir, als müsse ich mich zugunsten der Christozentrik ein wenig von der Marienverehrung entfernen. Dank des hl. Ludwig Maria begriff ich jedoch, dass gerade die wahre Verehrung der Muttergottes christozentrisch und tief im Geheimnis der Dreifaltigkeit sowie in den Geheimnissen der Menschwerdung und der Erlösung verwurzelt ist.“

Johannes Paul II. betonte immer wieder, wie wichtig die Aufgabe Marias im Leben der Kirche und jedes einzelnen Gläubigen ist. Wir sollen uns „in die Schule Marias begeben“, denn: „Niemand kann uns besser als seine Mutter in eine tiefe Kenntnis seines Geheimnisses einführen.“

 

Weltweihe

Die Bedeutung der Weihe an Jesus Christus durch Maria geht in seiner Wirkung weit über das private Leben des Einzelnen hinaus.

Johannes Paul II. hat das deutlich gemacht, indem er am 25. März 1984 die Weltweihe an das Unbefleckte Herz Marias entsprechend der Botschaft von Fatima vollzogen hat, was den Fall des Kommunismus in Osteuropa vorbereitete. Der Papst war sich der außerordentlichen Tragweite dieser Handlung bewusst. Er sagte am 25. März 1984: „Die Kraft dieser Weihe dauert durch alle Zeiten und erreicht alle Menschen, Völker, Nationen!“

 

Das ganze Leben von Papst Johannes Paul II. war eine ständige Einladung, dass wir uns - so wie er - ganz Maria, der Mutter Jesu anvertrauen, und uns von ihr zu Aposteln der Liebe Gottes für unsere Zeit formen lassen. 

Weihegebet

(nach dem hl. Ludwig Maria Grignion von Montfort)

Heute nehme ich dich, o Maria,

in Gegenwart des ganzen Himmels

als meine Mutter und Königin an.

Ich weihe und schenke dir 

mein Herz, meinen Leib und meine Seele,

meinen inneren und äußeren Besitz,

und auch den Wert all meiner Gebete, guten Werke und Leiden,

meine ganze Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

In allem sollst du frei über mich verfügen,

in Zeit und Ewigkeit,

damit Gott mehr geliebt wird, zu seiner größeren Ehre

und zum Heil der Menschen.

Amen.

Weltweihe an das Unbefleckte Herz von Papst Johannes Paul II.

vollzogen in Rom vor dem Angelusgebet am 25. März 1984

(in: Der Apostolische Stuhl 1984, 61-64)

 

Die Familie ist das Herz der Kirche. Aus diesem Herzen erhebe sich heute ein besonderer Akt der Hingabe und des Vertrauens an das Herz der Gottesmutter.

Im Heiligen Jahr der Erlösung wollen wir bekennen, daß die Liebe stärker ist als die Sünde und alles Böse, das den Menschen und die Welt bedroht. Voll Demut rufen wir diese Liebe an:

 

1. „Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter!“ Mit diesen Worten, die die Kirche Christi seit Jahrhunderten betet, wenden wir uns heute im Jubiläumsjahr unserer Erlösung an dich, unsere Mutter.

Dabei wissen wir uns mit allen Oberhirten der Kirche durch jenes besondere Band vereint, durch das wir eine Körperschaft und ein Kollegium bilden, so wie nach dem Willen Christi die Apostel mit Petrus eine Körperschaft und ein Kollegium gebildet haben.

In solcher Einheit verbunden, sprechen wir die Worte dieses Weiheaktes, in den wir erneut die Hoffnungen und Ängste der Kirche für die Welt von heute einschließen wollen.

Vor vierzig Jahren und zehn Jahre danach hat dein Diener, Papst Pius XII., angesichts der schmerzlichen Erfahrungen der Menschheitsfamilie die ganze Welt und vor allem jene Völker, denen wegen ihrer Situation deine besondere Liebe und Sorge gilt, deinem unbefleckten Herzen anvertraut und geweiht.

Diese Welt der Menschen und Völker haben auch wir heute vor Augen: die Welt des zweiten Jahrtausends, das sich seinem Ende zuneigt, die Welt unserer Zeit, unsere Welt. Der Worte des Herrn eingedenk: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern ... Seid gewiß: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28,19-20) ist sich die Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil ihrer Sendung in dieser Welt neu bewußt geworden.

Darum, o Mutter der Menschen und Völker, die du alle ihre Leiden und Hoffnungen kennst und mit mütterlichem Herzen an allen Kämpfen zwischen Gut und Böse, zwischen Licht und Finsternis Anteil nimmst, die unsere heutige Welt erschüttern, höre unser Rufen, das wir unter dem Antrieb des Heiligen Geistes direkt an dein Herz richten; umfange mit deiner Liebe als Mutter und Magd des Herrn diese unsere Welt, die wir dir anvertrauen und weihen, erfüllt von Sorge um das irdische und ewige Heil der Menschen und Völker.

In besonderer Weise überantworten und weihen wir dir jene Menschen und Nationen, die dieser Überantwortung und Weihe besonders bedürfen.

„Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir, o heilige Gottesmutter!“ Verschmähe nicht unser Gebet in unseren Nöten!

 

2. Vor dir, o Mutter Christi, vor deinem unbefleckten Herzen, möchten wir uns heute zusammen mit der ganzen Kirche mit jener Weihe vereinen, durch die dein Sohn aus Liebe zu uns sich selber dem Vater geweiht hat, indem er sprach: „Für sie weihe ich mich, damit auch sie in Wahrheit' geweiht seien“ (Joh 17,19). Wir wollen uns in dieser Weihe für die Welt und für die Menschen mit unserem Erlöser verbinden; in seinem göttlichen Herzen findet eine solche Weihe die Kraft, Verzeihung zu erlangen und Sühne zu leisten.

Die Kraft dieser Weihe dauert durch alle Zeiten und umfängt alle Menschen, Völker, Nationen; sie überwindet alles Böse, welches der Fürst der Finsternis im Herzen des Menschen und in seiner Geschichte zu wecken vermag und in unseren Zeiten auch tatsächlich geweckt hat.

Wie tief empfinden wir das Bedürfnis nach dieser Weihe für die Menschheit und für die Welt, für unsere heutige Welt: der Weihe, die wir in Einheit mit Christus vollziehen. Das Erlösungswerk Christi muß ja durch die Kirche an die Welt vermittelt werden.

Das zeigt das gegenwärtige Jahr der Erlösung, das außerordentliche Jubiläum der ganzen Kirche.

Sei in diesem Heiligen Jahr gepriesen über alle Geschöpfe, du Magd des Herrn, die du dem göttlichen Ruf in vollkommenster Weise folgst.

Sei gegrüßt, die du mit der erlösenden Weihe deines Sohnes auf das engste verbunden bist!

Mutter der Kirche! Erleuchte das Volk Gottes auf den Wegen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe! Erleuchte besonders die Völker deren Weihe und Überantwortung du von uns erwartest. Hilf uns, die Weihe Christi für die gesamte Menschheitsfamilie der heutigen Welt in ganzer Wahrheit zu leben!

 

3. Wenn wir dir, Mutter, die Welt, alle Menschen und Völker anvertrauen, so vertrauen wir dir dabei auch diese Weihe der Welt an und legen sie in dein mütterliches Herz.

O unbeflecktes Herz, hilf uns, die Gefahr des Bösen zu überwinden, das so leicht in den Herzen der heutigen Menschen Wurzel faßt und dessen unermeßliche Auswirkungen über dem heutigen Leben lasten und den Weg in die Zukunft zu versperren scheinen.

Von Hunger und Krieg: befreie uns!

Von Atomkrieg, unkontrollierbarer Selbstzerstörung und jeder Art des Krieges: befreie uns!

Von den Sünden gegen das Leben des Menschen von seinen Anfängen an: befreie uns!

Vom Haß und von der Mißachtung der Würde der Kinder Gottes: befreie uns!

Von jeder Ungerechtigkeit im sozialen, nationalen und internationalen Leben: befreie uns!

Von leichtfertiger Übertretung der Gebote Gottes: befreie uns!

Vom Versuch, in den Herzen der Menschen sogar die Wahrheit von Gott zu ersticken: befreie uns!

Von den Sünden gegen den Heiligen Geist: befreie uns, befreie uns! Höre, Mutter Christi, diesen Hilfeschrei, in welchem das Leid aller Menschen zu Dir ruft, das Leid ganzer Völker!

Hilf uns mit der Kraft des Heiligen Geistes, alle Sünde zu besiegen: die Sünde des Menschen und die „Sünde der Welt“ – die Sünde in jeglicher Form.

Noch einmal zeige sich in der Geschichte der Welt die unendliche Heilskraft der Erlösung: die Macht der erbarmenden Liebe! Daß sie dem Bösen Einhalt gebiete! Daß sie die Gewissen wandle! In Deinem unbefleckten Herzen offenbare sich allen das Licht der Hoffnung!